Ausstellung noch bis 9. September 24
im ÖGB-Catamaran (Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien)
Humanitäres Engagement und Interaktion sind wesentliche Bestandteile von Hasan Ulukisas künstlerischem Prozess. Er will eingreifen, um Dinge zum Besseren zu wenden, und begibt sich dazu an Orte, wo besondere Not herrscht. Kunst ist für ihn das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Missstände aufzuzeigen, die in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend ausgespart bleiben. Im Zuge seiner Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen von Geflüchteten, die gewaltsam vom EU-Grenzübertritt abgehalten werden, besuchte er im Jahr 2019 zusammen mit Volkshilfe und SOS Balkanroute das Camp Vučjak im bosnischen Kanton Una-Sana. Die verstörenden Bilder des Lagers verarbeitete Ulukisa in seiner Werkserie blindspot (2019/21). Mittels Videos dokumentiert er Einzelschicksale, Opfer von Push-Backs, also der gewaltsamen, illegalen Zurückdrängung Geflüchteter aus dem Schengen-Raum durch die jeweilige Grenzpolizei. Die aktualisierte Ausstellung im ÖGB-Catamaran (20.6. – 9.9. 2024) wird sowohl die Schicksale geflüchteter Menschen darstellen als auch die Zusammenhänge zwischen europäischer Politik und Fluchtursachen aufzeigen. Die interdisziplinäre Installation THE LAST BORDER macht ebenso die Lebensumstände in Zeltstädten greifbar. Le Monsieur Flash (Fotografie vor Ort) und Doris Dittrich (Keramik) setzten den Menschen des Dschungels von Calais ein dauerhaftes Zeichen und huldigen all jenen, die auf der Flucht sind oder es noch sein werden.