
Was sehen wir, wenn wir einen Körper betrachten? Die Ausstellung Corpus – zwischen Haut und Ästhetik legt den Blick auf die Reize, die Harmonie und die Vielfalt des menschlichen Körpers. Die Künstlerin setzt sich in ihren Arbeiten intensiv mit Körperlichkeit auseinander – mit der Ästhetik der Selbstinszenierung und dem Zusammenspiel von Pose, Haut und Wesen.
In manchen Arbeiten stellt sich die Künstlerin selbst dar – freizügig, offensiv posierend, mit einer klaren Präsenz, die über den Bildrahmen hinaus reicht. Die Werke stellen die gewohnten Dynamiken von Sexualisierung, Nacktheit und Selbstdarstellung infrage. Indem sie mit erotischen Elementen, aufreizenden Posen und nackter Haut arbeiten, fordern die Bilder zu neuen Sichtweisen heraus. Das Sexuelle ist präsent, aber nicht verfügbar.
In anderen Arbeiten zerfällt der Körper in Einzelteile. Der Körper wird von seiner Form gelöst und neu ins Bild gebracht – nicht als anatomische Ganzheit, sondern als ein lebendiges Zusammenspiel aus Haltung, Impuls und Perspektive. Diese Verschiebung des Blicks lädt dazu ein, gewohnte Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen. Was offenbart sich, wenn der Körper nicht mehr als ein einziges Ganzes wahrgenommen wird, sondern als etwas Vielschichtiges und Eigenständiges?
Was wir in einem Körper sehen, ist nie neutral – es spiegelt unsere Erfahrungen, Prägungen und inneren Bilder wider. In dieser Ausstellung zeige ich meinen Blick – und öffne einen Raum für neue Sichtweisen.
Eine Ausstellung von Hanna Elsensohn*
*Hanna Elsensohn nennt sich als Künstlerin Hanna Haslinger. Sie arbeitet hauptsächlich mit Druck und Zeichnung und erweitert ihre Arbeit manchmal um kleine filmische Experimente. Sie faszinieren Muster, Spiralen, Körper und die Natur.