
Miranda ist extrem kurzsichtig, weigert sich aber meist, eine Brille zu tragen, weil sie das Hässliche in der Welt nicht sehen will. Aufgrund der ständigen Unschärfe verändert sich ihre persönlich wahrnehmbare Wirklichkeit, in der sie sich mehr und mehr einzurichten beginnt. Wo hört die Verblendung auf, wo beginnt die Verdrängung?
Es lesen:
Vera Albert, Sigrid Farber (Textauswahl/Gestaltung), Angelika Raubek, Susanna Schwarz-Aschner
Mit freundlicher Genehmigung des Piper-Verlags München
Die österreichische Autorin Ingeborg Bachmann, geb. am 25. Juni 1926 in Klagenfurt, war Mitglied der Gruppe 47, Dozentin am Lehrstuhl für Poetik der Universität Frankfurt/Main und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Ingeborg Bachmann gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr zu Ehren wird seit 1977 jährlich der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen. Bekannt wurden ihre Beziehungen zu Hans Weigel, Paul Celan, Max Frisch und Hans Werner Henze. Nach längeren Aufenthalten in München und Zürich lebte Ingeborg Bachmann viele Jahre in Rom, wo sie 1973 unter tragischen Umständen ums Leben kam.