Liebes Asyl in Not Team,
wir vom Infobüro im Amerlinghaus stehen solidarisch hinter Euch im Konflikt mit dem Vorstand vom WUK.
Wir finden es ungeheuerlich und zynisch, dass mit dem Verweigern von Räumen von Euch verlangt wird, Eure Beratungsarbeit in Asyl- und Abschiebeverfahren zu „pausieren“. Wir sehen es wie ihr: wer der Meinung ist, dass ihr so einfach eine „Pause“ einlegen könnt, findet in letzter Instanz wohl Eure Arbeit nicht wichtig. Zumindest nicht wichtig genug, um nicht gleichzeitig von Euch das Mittragen des mit der Stadt Wien vereinbarten Mietvertrages zu erpressen.
Das bekannte Agieren des WUK-Vorstands (spätestens) seit Mietvertragsunterzeichnung lässt keinen Zweifel mehr daran, dass die Zeiten eines Ortes, in dem das (Er-)Leben von Autonomie in politisch-aktivistischem Wirken möglich und ein niederschwelliges Arbeiten im Bereich von Handwerk und Kunst erwünscht sind, definitiv vorbei zu sein scheinen.
Wir konnten die offenbar angestrebte Richtung neoliberaler Kommerzialisierung auch schon länger beobachten, als z.B. das Autonome FrauenLesbenMädchenMigrantinnenZentrum (FZ) (ein im gleichen Gebäude lediglich benachbarter Verein) regelrecht „entmündigt“ wurde, als der WUK-Vorstand sich entschloss, den Mietvertrag mit der Stadt Wien über die Köpfe der FZ-Aktivistinnen hinweg zu unterschreiben.
Das Amerlinghaus am Spittelberg ging selbst in dem 1970er Jahren aus der Hausbesetzungsbewegung hervor und hat sich seither selbstverständlich verändert. Aber genau deshalb wissen wir: Es gibt andere Wege, als sich dem Kommerz-Druck zu beugen. Wir vom Kulturzentrum Amerlinghaus verstehen uns nach wie vor als kritisch-politischer Ort, in dem größtmögliche Autonomie für die das Haus nutzende Gruppen unser wichtigster Anspruch ist.
In Wertschätzung Eurer unerlässlichen Arbeit und in Solidarität,
das Infobüro im Amerlinghaus:
CLaudia Bergermayer
Lisa Grösel
Renate Nahar
Link zur Facebook-Veranstaltung –> Soli-Treffen mit Asyl in Not
